Das Polnische Institut für Internationale Angelegenheiten (PISM) hat ein Weißbuch veröffentlicht, das Russlands eskalierenden hybriden Sabotage- und Subversionskampagne gegen die Mitgliedstaaten des Rates der Ostseestaaten (CBSS) dokumentiert. Der von Filip Bryjka, Anna Maria Dyner und Aleksandra Kozioł verfasste Bericht analysiert ein Muster koordinierter feindseliger Aktivitäten, das sich seit Russlands Vollinvasion der Ukraine im Februar 2022 deutlich intensiviert hat.

Russlands Werkzeugkasten in der Region umfasst physische Sabotageakte gegen kritische Infrastruktur — darunter Energienetze, Häfen und Unterseekabel —, gezielte Verletzungen von Luft- und Seegrenzen, systematische Störung von GNSS-Satellitensignalen, die die See- und Luftnavigation beeinträchtigen, sowie kognitive Einflussoperationen zur Destabilisierung von Gesellschaften und zum Testen staatlicher Reaktionsfähigkeiten. Der Bericht stellt fest, dass CBSS-Mitgliedstaaten seit 2022 das Ziel der weitaus meisten in Europa verzeichneten Sabotage- und Subversionsvorfälle waren.

Die PISM-Analyse wertet den offensiven Charakter dieser Operationen als Beleg für eine gezielte Absicht, NATO- und EU-Mitgliedsstaaten zu destabilisieren — keine isolierten Zufallsakte. Für die Ostseeregion, in der maritime Windkraftinfrastruktur, Unterseestromkabel und Gasinterkonnektoren rasch ausgebaut werden, haben diese Erkenntnisse unmittelbare Bedeutung für die Energiesicherheit. Bereits dokumentierte GNSS-Störungen vor den finnischen und estnischen Küsten beeinträchtigen die Navigation von Schiffen in der Nähe von Offshore-Windkraft-Bauzonen.

Der Bericht fordert koordinierte Reaktionen aller CBSS-Staaten: stärkere interinstitutionelle Zusammenarbeit für hohes Lagebewusstsein, ein dediziertes regionales Informationsaustauschnetz, eindeutige öffentliche Zuschreibung russischer Verantwortung sowie einen gemeinsamen Katalog bewährter Praktiken. Nur ein kohärentes Vollinstrumentarium aller Staaten der Region — gemeinsam mit NATO und EU — kann Russland wirksam beeinflussen und das Risiko künftiger Vorfälle mindern, schlussfolgern die Autoren.