Cyberangriffe, Infrastruktur-Sabotage und die Aktivitäten der russischen sogenannten Schattenflotte machen die Ostsee zu einem der sensibelsten Sicherheitsräume Europas — und Offshore-Wind gilt zunehmend als strategische Infrastruktur statt als reines Klimaprojekt. Laut dem polnischen Windenergieverband PSEW gehören Energiesicherheit, Schutz kritischer Infrastruktur, Cybersicherheit und Systemresilienz zu den dominierenden Themen der Konferenz PSEW 2026 (8.–10. Juni, Świnoujście).
Offshore-Parks in Polen unterliegen bereits strengen Verteidigungs- und Grenzschutzauflagen. Investoren müssen Gutachten zu den Auswirkungen auf Radar-, Überwachungs-, Funk- und Flugsicherungssysteme der Streitkräfte und des Grenzschutzes erstellen und vor der Baugenehmigung vom Verteidigungs- und Innenministerium genehmigen lassen; die Kosten für Ausgleichs- oder Zusatzmaßnahmen trägt der Investor.
PSEW-Präsident Janusz Gajowiecki erklärte, eine laufende Gesetzgebung werde Offshore-Windparks formell als kritische Infrastruktur anerkennen, mit neuen Pflichten für physische und Cyber-Sicherheit, Krisenmanagement und Bedrohungsüberwachung. In der Praxis müssten Betreiber Systeme zur Erkennung nahegelegener Schiffe, Unterwasserobjekte und Drohnen einsetzen, wobei Umspannwerke und Kabel besonders geschützt würden.
Polen zählt zu den am häufigsten cyberangegriffenen Staaten der Region — 2025 wurden bis zu mehrere Tausend Vorfälle pro Woche registriert —, doch bislang führte kein erfolgreicher Angriff zu schweren Störungen der Energieinfrastruktur, so der Verband. PSEW betont, der Sektor starte nicht bei null: Investoren, Übertragungsnetzbetreiber und Verwaltung bauen seit Jahren gemeinsame Sicherheitsverfahren auf, und die NATO-Aktivität „Baltic Sentry” hat Patrouillen und Unterwasserüberwachung verstärkt. Das Fazit: Die Zukunft von Offshore wird ebenso von Resilienz wie von Technik und Finanzierung abhängen.






