Polen elektrifiziert heute nur 17–18% seiner Wirtschaft, gegenüber einem französischen Plan, die Elektrifizierung in den kommenden Jahren von 30% auf 50% zu heben — eine Lücke, die PSE-Chef Grzegorz Onichimowski auf dem 16. Europäischen Finanzkongress (EKF) in Sopot als „zivilisatorische Distanz” bezeichnete. Als Vorsitzender eines Runden Tisches zur rationalen Energiewende argumentierte er, die Zukunft der Wirtschaft gehöre der Elektrizität und Elektrifizierung sei für Polen eine Schlüsselbedingung für Sicherheit, wirtschaftliche Resilienz und Souveränität.

Onichimowski beschrieb Strom als universelles Medium, das Autos, vielleicht Schiffe, antreiben, Häuser heizen und neue Nachfrage aus KI und IT decken werde — bis zu dem Punkt, an dem der Strompreis den Preis von Information und Innovation zu bestimmen beginne. Der Einsatz sei ungewöhnlich hoch. TAURON-Chef Grzegorz Lot ergänzte, nur 5% der polnischen Haushalte nutzten die Sparmöglichkeiten ihrer Anbieter; Kunden wollten eine Rund-um-die-Uhr-Versorgung, die grün, emissionsarm und günstig sei, wobei Erneuerbare die billigste Quelle seien und die Senkung der Verteilkosten der zentrale Hebel.

Die Sicherheitsdimension zog sich durch die Debatte. Der Europaabgeordnete Bartłomiej Sienkiewicz argumentierte, Strom sei an der Front in der Ukraine entscheidend, wo er über Kommunikation, Aufklärung und Anbindung bestimme, und warnte, Polen verliere ohne entschiedene Hinwendung zur Elektrizität seine Wettbewerbsposition.

Für den Ostseeraum, in dem mehrere Staaten Elektrifizierung neben dem Erneuerbaren-Ausbau vorantreiben, ist die polnische Diskussion ein nützlicher Marker: Das Argument für Elektrifizierung wird zunehmend in der Sprache von Sicherheit und Resilienz formuliert, nicht nur des Klimas. Der EKF in Sopot bleibt eines der bedeutenderen Wirtschaftsforen der EU und versammelt Führungskräfte des Finanzsektors, Entscheidungsträger und Ökonomen.