Der Rat der EU hat am 15. Juni 2026 ein neues Paket restriktiver Maßnahmen gegen Russland beschlossen und 34 Personen sowie 47 Einrichtungen auf seine Sanktionslisten gesetzt. Das Paket richtet sich gegen Russlands militärisch-industriellen Komplex, seine Energieeinnahmen, hybride Aktivitäten, staatliche Propaganda und Menschenrechtsverletzungen.
Um die Energieeinnahmen einzudämmen, listen die Maßnahmen zwei Personen und 24 Einrichtungen, die mit dem Transport und Export von Rohöl und Erdölprodukten aus Russland in Verbindung stehen — auch über die Schattenflotte. Gelistet sind unter anderem Lukoil-Westsibirien sowie Unternehmen aus Russland, Liberia, der Türkei, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Aserbaidschan und Hongkong. Die EU bezeichnet die Schattenflotte als Instrument zur Umgehung von Sanktionen, das zugleich eine Gefahr für die Sicherheit des Seeverkehrs und die Umwelt darstellt.
“Diese Maßnahmen treffen das Herz von Russlands militärisch-industriellem Komplex, seiner Schattenflotte und der Netzwerke, die Moskaus hybride Angriffe auf Europa speisen”, sagte Kaja Kallas, Hohe Vertreterin der EU für Außen- und Sicherheitspolitik. Westliche Sanktionen hätten Russland bereits schätzungsweise 1 bis 1,3 Billionen Euro gekostet; an einem umfassenderen 21. Paket werde gearbeitet.
Das Paket umfasst zudem sieben Personen und 21 Einrichtungen, die Russlands Rüstungsindustrie unterstützen, darunter Hersteller von Drohnen und Militärausrüstung; zehn Personen und eine Einrichtung im Zusammenhang mit Desinformation; sowie 15 Personen und eine Einrichtung im Zusammenhang mit der Verfolgung und dem Tod von Alexej Nawalny. Gesondert verlängerte der Rat die Maßnahmen wegen der illegalen Annexion der Krim und Sewastopols bis zum 23. Juni 2027.
Die Schattenflotte betrifft den Ostseeraum unmittelbar: alternde, oft nicht versicherte Tanker durchqueren stark befahrene Routen nahe Küsten, Häfen sowie den Seekabeln, Pipelines und Offshore-Windanlagen, die die Ostseestaaten zu schützen versuchen.






