Die FGW e.V., die in Berlin ansässige Fördergesellschaft Windenergie und andere Dezentrale Energien, die Deutschlands technische Richtlinien für Wind- und andere dezentrale Erzeugungsanlagen pflegt, hat das Abschlussdokument ihres Arbeitskreises komponentenbasierte Einheitenzertifizierung (AK kEZ) veröffentlicht. Das am 3. September 2026 vorgelegte Papier fasst Konzepte und Handlungsempfehlungen für ein Zertifizierungsverfahren zusammen, das das Netzverhalten von Erzeugungseinheiten und Speichern bereits auf Komponentenebene validiert, statt ausschließlich an der fertigen Einheit.
Nach den deutschen Netzanschlussregeln muss jeder Typ einer Erzeugungseinheit vor dem Anschluss ein Einheitenzertifikat vorweisen, das seine elektrischen Eigenschaften wie Fehlerdurchfahrt und Blindleistungsverhalten belegt. Der Ansatz des Arbeitskreises erlaubt eine frühzeitige Validierung dieser Eigenschaften auf Ebene der Umrichter und anderer Schlüsselkomponenten, mit erweiterten Verfahren zur Modellvalidierung und einem angepassten Nachweisprozess.
Laut FGW fügt sich das Verfahren besser in den Entwicklungspfad neuer Anlagen- und Wechselrichtergenerationen ein, macht Rezertifizierungen nach Komponentenwechseln kostengünstiger und ist für alle Einheitentypen anwendbar. Das Dokument steht auf den Richtlinienseiten des Vereins kostenfrei zur Verfügung.
Die praktische Bedeutung für die Region liegt in der Anlagenlieferung. Deutsche Einheitenzertifikate und das Register ZEREZ, in dem sie erfasst werden, sind ein Referenzpunkt für Hersteller, die nach Polen und in die baltischen Staaten liefern, wo Netzbetreiber zunehmend netzbildende Fähigkeiten und dokumentiertes Umrichterverhalten verlangen. Ein günstigerer, komponentenbasierter Weg zur Rezertifizierung würde die Zeit zwischen einer neuen Anlagenplattform und ihrer Anschlussfreigabe verkürzen.








