Die Messe Husum & Congress und der Wind- und Wasserstoffverband WAB e.V. haben am 31. August rund 600 Vertreterinnen und Vertreter der Windbranche, der Politik, von Verbänden und Medien zu Offshore-Windparks in der deutschen Nordsee gebracht. Gemeinsam mit der Reederei FRS haben die Veranstalter nun vereinbart, weitere fachlich begleitete Exkursionen anzubieten. Wie sie am 10. September mitteilten, ist die nächste Fahrt für 2028 als Auftakt zur HUSUM WIND 2029 vorgesehen.

Die ganztägige Fahrt an Bord des FRS Halunder Jet führte von Hamburg an rund 20 Offshore-Projekten vorbei. Fachleute von Windparkbetreibern, Übertragungsnetzbetreibern und Zulieferern informierten unterwegs über Windparks, Netzinfrastruktur und aktuelle Technik; nach Angaben des WAB waren rund 60 Referentinnen und Referenten beteiligt. Die letzte auch nur annähernd vergleichbare Branchenexkursion liege mehr als 15 Jahre zurück, so die Veranstalter.

Zum Programm gehörte auch eine Live-Vorführung von Northern Helicopter über dem Notschlepper NORDIC, den die Reederei Fairplay Towage im Auftrag des Bundes im Rahmen des Notschleppkonzepts für die Deutsche Bucht betreibt. Die Teilnehmenden beobachteten aus der Nähe ein Abseilmanöver, ein Hinweis auf die Rettungs- und Sicherheitsinfrastruktur, auf die der Offshore-Ausbau angewiesen ist. Zufällig nahm der von Ørsted betriebene Windpark Borkum Riffgrund 3, den das Schiff ebenfalls passierte, am selben Tag den kommerziellen Betrieb auf.

„Offshore-Windenergie ist ein zentraler Baustein der Energiewende und zugleich eine Branche mit enormen technischen und infrastrukturellen Anforderungen. Die Exkursion hat diese Dimension unmittelbar erfahrbar gemacht“, sagte Pascal Hofer, Projektleiter der HUSUM WIND. Markus Nölke, Geschäftsführer des WAB e.V., erklärte, der Verband habe sein Netzwerk entlang der gesamten Wertschöpfungskette genutzt, um das Bordprogramm zusammenzustellen.

Die Exkursion fand kurz nach dem Kabinettsbeschluss zur Novelle des Windenergie-auf-See-Gesetzes (WindSeeG) statt, die das Ausschreibungsdesign neu ordnet und nach Angaben der Bundesregierung die Investitionssicherheit für Projektentwickler wiederherstellen soll. Die Veranstalter verstehen die Fahrt als Auftakt zur HUSUM WIND, die vom 14. bis 17. September 2027 stattfindet und mehr als 600 Aussteller sowie 12.000 Fachbesucher erwartet. Für die Ostseebranche ist das Format bemerkenswert: Eine vergleichbare, von Betreibern begleitete Seeexkursion gibt es für die polnischen und litauischen Projekte, die derzeit in Bau und Betrieb gehen, bislang nicht.