Das deutsche Zentrale Register für Einheiten- und Komponentenzertifikate (ZEREZ) hat seinen Funktionsumfang um Zertifikate mit netzbildenden Eigenschaften für den Momentanreservemarkt erweitert. Hersteller und Zertifizierungsstellen können solche Zertifikate nun hochladen und verwalten, teilte der Betreiber FGW e.V. mit.

Seit dem 1. Juni 2026 nimmt das Register Zertifikate auf, die die Anforderungen des VDE-FNN-Hinweises Version 2.1 zu technischen Anforderungen an netzbildende Eigenschaften einschließlich der Bereitstellung von Momentanreserve erfüllen. Die Neuerung gilt für Zertifikate in der Mittel-, Hoch- und Höchstspannung nach VDE-AR-N 4110, 4120 und 4130.

FGW bezeichnet den Schritt als direkte Reaktion auf den Start des Momentanreservemarktes und die Veröffentlichung des aktualisierten VDE-FNN-Hinweises. Alle hinterlegten Werte bleiben über die digitale Schnittstelle verfügbar, sodass Netzbetreiber, Zertifizierungsstellen und weitere Marktakteure die Daten weiterhin automatisiert abrufen können.

Netzbildende Fähigkeiten gewinnen an Bedeutung, da Wind und Solar konventionelle Kraftwerke verdrängen, die einst Systemträgheit lieferten. Für Ostseenetze mit hohen Erneuerbaren-Anteilen helfen gemeinsame Zertifizierungsrahmen wie ZEREZ, die Dokumentation und Prüfung dieser Fähigkeit zu standardisieren.