Estlands Treibhausgasemissionen sanken 2024 auf 12 Mio. Tonnen CO₂-Äquivalent — 9% weniger als 2023 und 66,5% weniger als 1990 —, wie die jüngste Bilanz des Klimaministeriums und des estnischen Umweltforschungszentrums zeigt. Den Rückgang trieb der Energiesektor, dessen Emissionen im Jahresverlauf um 16% fielen.

Die Verschiebung im Strombereich war deutlich. Die Erzeugung aus fossilen Brennstoffen sank von 2.302 GWh auf 1.963 GWh, während die erneuerbare Erzeugung von 2.607 GWh auf 3.398 GWh stieg — ein Plus von rund 23%. Vize-Generalsekretärin Kristi Klaas verband dies mit fallenden Preisen und verwies darauf, dass der durchschnittliche Strommarktpreis im Jahresvergleich um 4% sank — ein Beleg, so Klaas, dass die wachsende Rolle der Erneuerbaren die Stromkosten senken hilft.

Andere Sektoren bewegten sich langsamer. Die Verkehrsemissionen stiegen um 1% und machen 21% der nationalen Summe aus, davon der Straßenverkehr fast 95%; die Fahrleistung schwerer Fahrzeuge wuchs um 22%, während der Einsatz flüssiger Biokraftstoffe um 23% zunahm. Der Sektor Landnutzung und Forstwirtschaft senkte die Nettoemissionen um 23,5%, vor allem durch geringeren Holzeinschlag, während die Landwirtschaft um 2% stieg und die Ölschieferindustrie um 7,5% fiel.

Für ein Land, das historisch von emissionsintensivem Ölschiefer abhängig war, ist die Entwicklung bedeutsam — und der vom Ministerium gezogene Zusammenhang zwischen Erneuerbaren-Wachstum und niedrigeren Großhandelspreisen ist genau das Argument, auf das baltische Entscheidungsträger bei weiterer Elektrifizierung verweisen werden. Methodische Änderungen werden rückwirkend auf die gesamte Zeitreihe angewandt, um die Vergleichbarkeit zu wahren.