Desinformation, die sich in Polen gegen die Windenergie richtet, ist keine spontane Welle gesellschaftlicher Skepsis, sondern eine langfristige und gut finanzierte auslaendische Operation. Das erklaerten Regierungsvertreter und Analysten auf einer Warschauer Pressekonferenz zur Desinformation im Energiesektor.
Unter Berufung auf im Mai geleakte Dokumente der Social Design Agency, einer fuer den Kreml taetigen Einrichtung, nannten die Veranstalter Russlands Propagandabudget fuer 2026 mit ueber 2 Mrd. US-Dollar einen Rekordwert — rund 8 Mrd. Zloty oder etwa 22 Mio. Zloty pro Tag fuer Desinformation in der Europaeischen Union. Die Staatssekretaerin im Ministerium fuer Klima und Umwelt, Urszula Zielinska, bezifferte die Kosten der umfassenderen kognitiven Kriegsfuehrung Russlands gegen Polen auf 2 bis 4 Mrd. US-Dollar jaehrlich.
Den geleakten Unterlagen zufolge soll die Kampagne das Bild Russlands als Supermacht wahren und die inneren Spaltungen in den NATO- und EU-Staaten vertiefen, indem regierungsfeindliche Proteste angeregt und eskaliert werden. Eine Passage deutet darauf hin, dass die Aktivitaeten ueber das Internet hinausgehen sollen — bis hin zur Organisation von Massenprotesten unter moeglicher Beteiligung eines ausserhalb Russlands ansaessigen Kontingents.
Die Erkenntnisse wuerden vom polnischen Abwehrdienst bestaetigt, so die Redner. Ein Bericht des Desinformationsteams jener Kommission, die vom Chef des militaerischen Abwehrdienstes, General Jaroslaw Strozyk, geleitet wird, benennt die Energiewirtschaft als Ziel; zu aehnlichen Schluessen kam die Kommission zur Untersuchung russischer und belarussischer Einflussnahme. Allein im ersten Quartal 2024 erzeugten mit Russland verbundene Konten rund 34 Mio. Beitraege zu Energie und Klima.
Das erklaerte Ziel sei ein Europa, das seine eigene Energiewende aufgibt und von importierten fossilen Brennstoffen abhaengig bleibt, sagte Zielinska. Fuer die Ostseeregion, in der Polen, Deutschland sowie die nordischen und baltischen Staaten Wind an Land und auf See ausbauen, um diese Abhaengigkeit zu verringern, werteten die Fachleute die Kampagne als direkten Versuch, den Ausbau heimischer, unabhaengiger Erzeugung zu bremsen.






