Am 15. Juli 2026 hat das finnische Ministerium für Wirtschaft und Beschäftigung eine Stellungnahme der zuständigen Behörde zum Programm der Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) für das Vorhaben der Kuopion Energia Oy abgegeben, in der Stadt Kuopio ein Kleinreaktorkraftwerk (Small Modular Reactor, SMR) für die Fernwärmeversorgung zu errichten. Die Stellungnahme ist Teil des UVP-Verfahrens für das Projekt.

Die Anlage hätte eine thermische Gesamtleistung von höchstens 150 MW, verteilt auf bis zu vier Reaktoren zur Fernwärmeerzeugung; die Reaktortechnologie soll zu einem späteren Zeitpunkt festgelegt werden. Zwei Standorte werden geprüft: Hepomäki und Sorsasalo. In der Variante Hepomäki würde eine Transportleitung entlang einer neuen Straße verlegt, in der Variante Sorsasalo hingegen unter Wasser durch den See Kallavesi. Das Verfahren untersucht auch die Pläne zur Aufbereitung und Zwischenlagerung von Atommüll, sonstigen radioaktiven Abfällen und abgebrannten Brennelementen am Standort.

Das UVP-Programm lag vom 15. April bis zum 15. Juni 2026 öffentlich aus. Behörden, Gemeinden und Anwohner des betroffenen Gebiets reichten 21 Stellungnahmen und 16 Meinungsäußerungen ein, einige davon mit Dutzenden Unterzeichnern, während die internationale Konsultation 13 weitere Stellungnahmen ergab. Am 27. April 2026 fand in Kuopio eine öffentliche Informationsveranstaltung statt.

Das Ministerium kam zu dem Schluss, dass das Programm weitgehend eine geeignete Grundlage für die Prüfung bietet. Da SMR in Finnland bislang jedoch nicht zur Fernwärmeerzeugung eingesetzt wurden, forderte es den Vorhabenträger auf, die technischen Ausgangsannahmen, Kriterien, Methoden und wesentlichen Unsicherheiten der Prüfung zu präzisieren. Der Bericht solle zudem Auswirkungen auf Siedlungsstruktur und Flächennutzung, auf Notfälle und Unfälle, auf die Handhabung und Lagerung radioaktiver Abfälle sowie auf Boden, Grundgestein, Grundwasser, Verkehr und das kulturelle Umfeld behandeln.

Kuopion Energia wird nun die Umweltverträglichkeitsprüfung durchführen und einen UVP-Bericht erstellen. Nach dessen Fertigstellung folgt eine weitere Anhörung, woraufhin das Ministerium eine begründete Schlussfolgerung abgibt, die in spätere Genehmigungsverfahren und Entscheidungen einfließt. Der Fall spiegelt das wachsende Interesse in der Ostseeregion an kleinen modularen Reaktoren als Weg zur Dekarbonisierung der Wärmeversorgung und zur Stärkung der Energiesicherheit wider.