Die französische Regierung hat BrestPort mehr als 58 Millionen Euro für den Umbau des Terminals für marine erneuerbare Energien im Hafen von Brest bewilligt und den bretonischen Hafen damit als Schwermontage-Drehkreuz für die Atlantikküste und die Keltische See bestätigt.
Die Mittel stammen aus dem Projekt InFloW, das in einem Ausschreibungsverfahren des nationalen Investitionsplans France 2030 ausgewählt wurde. Zuvor hatte die Region Bretagne bereits über 250 Millionen Euro in das Terminal investiert. Frankreich strebt bis 2050 45 GW Offshore-Windkapazität an, ein erheblicher Teil davon schwimmend.
Die bretonische Strategie setzt auf zwei Standorte statt auf einen. Brest wird zur Plattform für Montage und Integration der Schwimmfundamente — von Fertigung und Lagerung großformatiger Komponenten über die Turbinenintegration bis zu den Aussetzoperationen. Lorient, rund 100 Seemeilen südlich, entsteht als Basis für Verankerungslogistik, Installationsdienste und langfristige Instandhaltung. Lorient liegt nahe am Projekt Pennavel, Frankreichs erstem kommerziellen schwimmenden Offshore-Windpark mit 250 MW.
Die geplanten Investitionen verstärken Kaianlagen und Logistikflächen in Brest für sehr große Industrieoperationen. Bis 2050 soll das Montagedrehkreuz rund 4.000 Arbeitsplätze tragen und 850.000 Tonnen CO₂ vermeiden.
Rund 200 Unternehmen, überwiegend Kleinst- und mittelständische Betriebe, bilden den regionalen Sektor für marine erneuerbare Energien — von Metallbau und Schiffbau über maritime Operationen und Ingenieurbüros bis zur Meereswissenschaft. Die Region fördert zudem Gezeitenströmungsenergie bei Paimpol-Bréhat und vor Ouessant sowie Wellenenergie-Testfelder in Sainte-Anne du Portzic und Roscoff.
Für Ostseehäfen ist der Fall eher lehrreich als direkt übertragbar — die Ostsee ist flach und von gegründeten Fundamenten geprägt. Die Arbeitsteilung zwischen Montage- und Servicehafen ist jedoch ein Modell, das mehrere polnische und deutsche Häfen derzeit prüfen, während ihre eigenen Projektpipelines reifen.








