Vertreter der baltischen Staaten, der nordischen Länder und der Vereinigten Staaten trafen sich am 1.–2. Juni in Tallinn und Narva zu einer regulären Sitzung des E-PINE-Formats (Enhanced Partnership in Northern Europe) und bekräftigten die Bedeutung einer gestärkten transatlantischen Sicherheit. Lettland wurde durch Juris Poikāns, Sonderbotschafter im Außenministerium, vertreten.

Die Teilnehmer erörterten aktuelle Sicherheitsherausforderungen im euro-atlantischen Raum, vor allem die Folgen des russischen Krieges gegen die Ukraine, sowie die Vorbereitungen für den bevorstehenden NATO-Gipfel in Ankara und die Bedeutung des Aufbaus der Verteidigungsindustrie. Sie betonten die Notwendigkeit, gemeinsames Handeln und gesellschaftliche Resilienz zu verstärken, da hybride Bedrohungen wachsen, Herausforderungen für die Grenzsicherheit zunehmen und Risiken im Ostseeraum steigen, auch durch Russlands Schattenflotte.

Poikāns betonte, die Sicherheitslage erfordere eine noch engere Abstimmung der Verbündeten und höhere Verteidigungsinvestitionen, neben unerschütterlicher Unterstützung der Ukraine und anhaltendem Druck auf Russland. Die Gespräche berührten auch die weitere internationale Agenda, darunter die Lage im Nahen Osten.

Für den baltischen Energiesektor ist die Relevanz indirekt, aber real: Die bei E-PINE genannten Schattenflotten-Aktivitäten und hybriden Bedrohungen sind dieselben Risiken, die nun den Schutz von Seekabeln, Pipelines und Offshore-Infrastruktur in der Region antreiben. 2003 zur Stärkung der Zusammenarbeit der USA mit den baltischen und nordischen Staaten gegründet, bleibt E-PINE eine ständige Plattform für politischen Dialog über Sicherheit, Außenpolitik und wirtschaftliche Zusammenarbeit.