Zur Eroeffnung einer Warschauer Konferenz ueber Desinformation im Energiesektor erklaerte Urszula Zielinska, Staatssekretaerin im Ministerium fuer Klima und Umwelt, die Kampagne gegen erneuerbare Energien sei eine gezielte, finanzierte Operation und kein spontaner Mythos — und eine Frage der Staatssicherheit.

Der Konferenztitel ‘Fakten gegen Mythen’ sei dem Ausmass der Herausforderung gegenueber zu sanft, argumentierte Zielinska. Ein Mythos entstehe von selbst in der kollektiven Vorstellung, ohne Autor und Zweck; was Polen in der Energiedebatte erlebe, ‘hat einen Autor, hat ein Ziel, hat ein konkretes Budget’ — eine praezise geplante und konsequent umgesetzte Operation.

Sie nannte die Zahlen. Das Institut fuer Medienbeobachtung zaehlte zwischen 2022 und 2025 fast 70.000 Desinformationspublikationen ueber Energie in polnischen Medien, die ueber 1,2 Mrd. Publikumskontakte erzeugten; ein durchschnittlicher Erwachsener koennte ihnen rund 37-mal begegnet sein, und etwa jede fuenfte Energiebotschaft im Netz koenne falsch sein. Die Folge sei Saettigung — ‘ein langsames Eintroepfeln von Gift’, das zum Hintergrund werde, vor dem Buerger ueber ihre Energierechnungen und Alltagskosten entscheiden.

Aus eigener Erfahrung, so Zielinska, treffe in dem Moment, in dem ein Beitrag Energie — besonders Wind — erwaehne, binnen Minuten eine Welle bot-generierter Inhalte von neuen, falschen Konten ein. Sie verband das Muster mit einem Bericht des Desinformationsteams jener Kommission, die vom Chef des militaerischen Abwehrdienstes, General Jaroslaw Strozyk, geleitet wird, und sagte, Russland fuehre einen langfristigen kognitiven Krieg gegen Polen und investiere 2 bis 4 Mrd. US-Dollar jaehrlich, mit dem Ziel eines von fossilen Importen abhaengigen Europas. Sie verwies auf rund 34 Mio. Beitraege zu Energie und Klima von russlandnahen Konten im ersten Quartal 2024, die NATO-StratCom-Zahl von 168 Euro fuer eine kuenstlich erzeugte Welle sowie die 49 Mio. in Lettland zerschlagenen Fake-Konten.

Die Folgen seien konkret, betonte sie: Arbeitsplaetze, die nie entstuenden, Steuern, die nie in den Gemeinden ankaemen, und hoehere Energierechnungen. Gegenueber der Wissenschaft — keine belegten schaedlichen Gesundheitswirkungen, ein sicherer Abstand von mindestens 500 Metern, Turbinenlaerm vergleichbar mit raschelnden Blaettern oder einem Kuehlschrank — sei die Desinformation unverhaeltnismaessig und schaedlich. Die Regierung, darunter das Digitalministerium, beobachte und entwickle Kampagnen zur Gegenwehr; dem Ausmass der Investitionen in Desinformation, schloss sie, muesse man ein ebenso grosses Ausmass faktenbasierter Information entgegensetzen.