Jeder Euro öffentlicher EU-Mittel für Windenergie erzeugt bis 2040 einen jährlichen wirtschaftlichen Nutzen von sieben Euro — das zeigt eine Studie von Trinomics in Zusammenarbeit mit DTU Wind, die am 21. Mai 2026 veröffentlicht wurde. Die Analyse, die in die Vorbereitung des nächsten mehrjährigen EU-Finanzrahmens einflieSSen soll, spricht sich für einen eigens eingerichteten Fonds für Windforschung und Wettbewerbsfähigkeit in Höhe von 11,6 Milliarden Euro aus.

Der vorgeschlagene Fonds würde sich vor allem auf die Skalierung der Produktion konzentrieren. Rund 9 Milliarden Euro sollen die europäischen Lieferkettenkapazitäten stärken. Dem Trinomics-Modell zufolge würde diese Investitionshöhe bis 2040 jährlich 33 Milliarden Euro zum EU-Bruttoinlandsprodukt beitragen, 180.000 zusätzliche Arbeitsplätze schaffen, die Windausrüstungsexporte um 12,6 Milliarden Euro jährlich steigern und 70 Milliarden Kubikmeter Importgas ersetzen. Mit gezielter Förderung verblieben bis zu 89 Prozent der Wertschöpfung in Europa, gegenüber 47 Prozent ohne diese Unterstützung.

Die Studie identifiziert ein strukturelles Problem bei der derzeitigen Windenergiefinanzierung in Europa. Windenergie erhält typischerweise weniger als 2 Prozent der Budgets in förderfähigen EU-Programmen, die auf zwölf verschiedene Instrumente verteilt sind. Die durchschnittliche Zeitspanne bis zum Vertragsabschluss im Rahmen von Horizon Europe und dem Innovationsfonds übersteigt neun Monate. Diese Fragmentierung benachteilige europäische Hersteller gegenüber chinesischen Wettbewerbern, die in den letzten Jahren zwei- bis fünfmal mehr öffentliche Unterstützung erhalten haben.

Ohne gezielte Maßnahmen drohe Europa der Verlust industrieller Kapazitäten, von Exportmarktanteilen und der strategischen Kontrolle über kritische Energieinfrastruktur, warnt die Studie. WindEurope fordert windspezifische Mittelzuweisungen im nächsten EU-Haushalt.