Norwegen ist Vollmitglied der EU-Strategie für den Ostseeraum (EUSBSR) geworden und wechselt damit vom De-facto-Partner zur gemeinsamen Führung und Agenda-Gestaltung der Strategie. Die Europäische Kommission ordnete den Schritt als Stärkung der kollektiven Handlungsfähigkeit bei gemeinsamen Herausforderungen ein — von Sicherheit und Resilienz bis zu Innovation und territorialem Zusammenhalt.
Raffaele Fitto, Exekutiv-Vizepräsident für Kohäsion und Reformen, sagte, Norwegens Mitgliedschaft stärke die baltische Dimension der EU-Zusammenarbeit und stehe im Einklang mit der Mitteilung der Kommission zur Stärkung der östlichen Grenzregionen der EU. Die Zusammenarbeit mit Norwegen umfasst zivile Sicherheit und Resilienz, Gesundheit, Innovation und sozialen Zusammenhalt. Norwegens Außenminister Espen Barth Eide hatte die Teilnahme im Oktober 2025 formell beantragt.
Als nächsten Schritt tritt Norwegen der Gruppe der Nationalen Koordinatoren bei — dem höchsten Entscheidungsgremium der Strategie — und benennt Vertreter für ihre 14 Lenkungsgruppen. Die 2009 vom Europäischen Rat gebilligte EUSBSR war die erste makroregionale Strategie der EU; bislang umfasste sie acht Mitgliedstaaten: Dänemark, Estland, Finnland, Deutschland, Lettland, Litauen, Polen und Schweden, mit Norwegen als aktivem De-facto-Partner.
Für die Energieagenda der Region ist der Schritt eher institutionell als operativ, aber bedeutsam: Die Lenkungsgruppen der Strategie koordinieren grenzüberschreitende Arbeit zu Vernetzung, Resilienz und Innovation, und dass Norwegen — ein bedeutender Energielieferant der EU — einen formellen Sitz erhält, stärkt den Rahmen, über den die baltische Energie- und Infrastrukturkooperation zunehmend organisiert wird.






