Baltic Power, Polens erster Offshore-Windpark, soll in der zweiten Hälfte 2026 mit der Stromerzeugung beginnen. Das teilte das Ministerium für Fonds und Regionalpolitik mit, als es das Projekt an der Küste bei Łeba Vertretern der Europäischen Kommission vorstellte.
Der Windpark entsteht rund 23 km vor der Ostseeküste auf Höhe von Łeba und Choczewo und wird etwa 130 km² einnehmen. Seine 76 Turbinen sollen rund 3% des jährlichen polnischen Strombedarfs decken — genug, um mehr als 1,5 Millionen Haushalte zu versorgen. Die Investition erhielt 3,5 Milliarden Złoty (rund 800 Millionen Euro) aus dem nationalen Aufbauplan (KPO).
Der Bau ist weit fortgeschritten. Alle Fundamente, Übergangsstücke und beide Offshore-Umspannplattformen sind installiert; derzeit laufen die Turbinenmontage und die Kabelverlegung. Die beiden Offshore-Stationen liegen etwa 20 km vor der Küste; vier Exportkabel führen den Strom zu einer Landstation in der Gemeinde Choczewo und von dort ins nationale Übertragungsnetz.
Polnische Unternehmen sind eng eingebunden. Landkabel, Fundamentkomponenten und Umspannwerkkonstruktionen wurden im Inland gefertigt, ein Teil der Turbinengondeln entsteht in Szczecin. In Łeba ist seit Mai 2025 ein Betriebs- und Servicestützpunkt in Betrieb, der für die nächsten 30 Jahre als Heimathafen und Wartungszentrum des Parks dienen wird; dort befindet sich auch das Maritime Koordinationszentrum von Baltic Power, das den Schiffsverkehr rund um den Standort rund um die Uhr überwacht.
Das Projekt ist Teil einer breiteren Energiewende, die über den Aufbauplan finanziert wird: Für Energie wurden rund 110,2 Milliarden Złoty (über 24,8 Milliarden Euro) an Zuschüssen und Darlehen bereitgestellt. Die Regierung sieht Offshore-Windkraft — neben der Modernisierung der Wärmenetze und dem Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft — als zentral, um Polens Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu verringern und die Energiesicherheit zu stärken. Als erster kommerzieller Windpark in der polnischen Ostsee ist Baltic Power ein Meilenstein für die Offshore-Windkraft in der gesamten Region.







