Transparenz und sichtbarer lokaler Nutzen, nicht Parolen, gewinnen die Bewohner fuer die Windkraft. Das sagte der Vorsteher der Gemeinde Grajewo bei einer Warschauer Debatte ueber Desinformation im Energiebereich und stellte seine eigene Gemeinde als funktionierendes Beispiel vor.

Grzegorz Gorski erklaerte, in seiner Gemeinde im Nordosten Polens stuenden seit 2021 19 Windturbinen, die bei einem Gemeindehaushalt von rund 52 Mio. Zloty etwa 3,2 Mio. Zloty jaehrlich an Steuern einbraechten. Bei diesen Projekten arbeite er mit drei Investoren zusammen, die — so betonte er — auch lokale Initiativen finanziell unterstuetzten.

Seine Methode: jede gesellschaftliche Gruppe mit etwas Konkretem ansprechen und es offen dem Windpark zuschreiben — ein saniertes Computerkabinett in der Schule, eine erneuerte Kueche fuer den Landfrauenverband, eine Busfahrt ins Theater fuer Seniorinnen und Senioren. ‘Das sind die Vorteile aus unseren Windparks’, sagt er den Bewohnern und baut von kleinen Schritten hin zu den groesseren Investitionen, die folgen.

Glaubwuerdigkeit, so Gorski, sei leicht verspielt: Ein einziges gebrochenes Versprechen setze das Vertrauen auf null, deshalb duerfe man nur zusagen, was man halte. Gesundheitsaengsten begegnete er mit eigener Erfahrung: Er lebe von drei Seiten von Turbinen umgeben, und seine Huehner legten weiter. Zudem habe er einen Nachbargemeinde-Vorsteher mit 75 Windparks zu einer gemeinsamen Veranstaltung eingeladen — nach dem Grundsatz, dass das Zeugnis von jemandem, der ‘es durchgemacht’ habe, Fake News wirksamer durchdringe als ein externer Experte.

Schwieriger sei es, andere Kommunalpolitiker zu bewegen, Verantwortung fuer eine Entscheidung zu uebernehmen, deren Nutzen sich ueber die rund 30-jaehrige Laufzeit eines Windprojekts entfalte. Zu viele zoegen es vor zu schweigen und die Sache dem Nachfolger zu ueberlassen — obwohl sie heute entschieden, ob das Geld in der Gemeinde ankomme.