Die lokale Kommunikation rund um Windprojekte beginnt heute lange vor jedem formellen Verfahren — doch die Anwohner blenden die Fakten aus, bis sie hoeren, was sie persoenlich davon haben. Das sagte Agnieszka Pakula, Public-Affairs-Managerin bei Iberdrola Renewables Polska, bei einer Warschauer Debatte ueber Energie-Desinformation.
Der Ansatz habe sich deutlich veraendert, so Pakula. Wo Entwickler das Gespraech frueher erst mit Beginn des gesetzlichen Verfahrens eroeffneten — einer Aenderung des oertlichen Flaechennutzungsplans, die mindestens zwei oeffentliche Konsultationen erfordert — fuehrten sie nun zuerst Bildungskampagnen. Iberdrola treffe sich zunaechst mit Buergermeistern und Gemeinderaeten, verteile Flugblaetter, richte Informationspunkte ein, an denen Anwohner individuell sprechen koennten, hole Wissenschaftler hinzu und baue Beziehungen zu lokalen Medien auf.
Entscheidend sei jedoch der Nutzen, argumentierte sie. Viele Anwohner blieben fuer jegliche Fakten zu Gesundheit oder Umwelt verschlossen, bis sie von konkreten lokalen Vorteilen hoerten: Gemeindesteuern, eigens eingerichteten Fonds und dem firmeneigenen Beteiligungsfonds fuer die naechstgelegenen Anwohner. Erst dann seien sie bereit, einem Experten, einem Wissenschaftler oder dem Buergermeister zuzuhoeren. ‘Paradoxerweise muessen wir, um ueberhaupt ueber die Mythen zu sprechen, zuerst ueber die Vorteile sprechen.’
Gegner seien meist eine kleine, aber sehr aktive Minderheit, merkte Pakula an. Oertliche Referenden ueber Windparks erreichten oft nicht die Mindestbeteiligung; in einem Fall im Raum Glubczyce nahmen rund 30 Prozent teil, vor allem in den Ortschaften mit geplanten Turbinen, waehrend der Rest der Gemeinde kaum Interesse zeigte.
Der Zeitdruck wirke gegen die Entwickler. Lokale Konflikte koennten rasch aufflammen, und Gemeinderaete geraten unter Druck, einen Beschluss zu fassen — oder zumindest zuzusagen, dass in ihrer Amtszeit keine Windparks entstehen — lange bevor geduldige Kommunikation wirken koenne. Es gehe nicht nur ums Lokale: Wind an Land bedeute erhebliche Investitionen, Lieferketten und Steueraufkommen, die dort schlicht ausblieben, wo Projekte blockiert wuerden.






