Umwelt-NGOs aus dem Ostseeraum fordern die Europäische Kommission und die Fischereiminister auf, die Fangmengen für 2027 deutlich unter dem wissenschaftlichen Rat des Internationalen Rates für Meeresforschung (ICES) festzulegen. Die Gruppen argumentieren, zusätzliche Vorsicht sei nötig, damit sich dezimierte Bestände und das gesamte Ökosystem erholen können.
Der Zustand vieler Ostsee-Bestände ist seit Jahrzehnten dokumentiert. Östlicher und westlicher Ostseedorsch sowie westlicher Ostseehering sind in so schlechter Verfassung, dass ICES Nullfang empfiehlt; trotz seit Jahren geschlossener gezielter Fischerei zeigt keiner der drei Bestände eine ausreichende Erholung. Auch der Zustand von Plattfischen wie der Scholle gibt Anlass zur Sorge, und die Laichwanderung des Lachses blieb drei Jahre in Folge unter den Zielwerten.
Die NGOs verweisen auf die Bewertung der Gemeinsamen Fischereipolitik durch die Kommission selbst, die fehlende Fortschritte beim Wiederaufbau der Bestände und eine gestiegene Zahl vom Kollaps bedrohter Bestände feststellte. Sie fordern Fangmengen unter dem FMSY-Wert, wo verfügbar, und die vollständige Umsetzung der ökosystembasierten Bestimmungen.
Das Thema liegt neben der Energieberichterstattung von BalticWind, nicht in ihr, doch der Zusammenhang ist real: Ein degradiertes Ostsee-Ökosystem ist die Kulisse, vor der Offshore-Wind, Schifffahrt und Fischerei um dasselbe Meer konkurrieren. Meeresraumplanung, die ökologische Grenzen ignoriert, schafft Konflikte für jeden Sektor im Becken.






