Eine neue Modellierungsstudie hat gezeigt, dass Offshore-Windpark-Arrays in der südöstlichen Nordsee messbare, beckenweite Veränderungen der Tidenströmungen und Energiebilanzen erzeugen. Die Forschung verwendete das Küstenozeanmodell FESOM-C und simulierte explizit 692 Monopfahl-Fundamente in 12 Windparkpolygonen mit Meter-Auflösung bei gleichzeitiger regionaler Abdeckung.

Zwei Szenarien wurden verglichen: mit und ohne Turbinenfundamente. Die Ergebnisse zeigen, dass Windparks ein kohärentes, skalenabhängiges Tidensignal weit über die Windparkgrenzen hinaus erzeugen. Windparks mit regelmäßig angeordneten Turbinen produzierten deutlich stärkere kumulative Effekte als zufällige Konfigurationen — ein Befund mit direkten Auswirkungen auf die Windpark-Layout-Planung.

Auf der Turbinenskala lösten die Simulationen Niedriggeschwindigkeitszonen um Monopfähle auf, was den Transport von Sedimenten und Larven beeinflussen kann. Auf regionaler Ebene wurden Störungen der saisonalen Schichtung und Frontaldynamik in der Deutschen Bucht beobachtet.