Onshore-Windkraft gehört zu den günstigsten Arten der Stromerzeugung in Polen und könnte die Energiekosten der Wirtschaft senken — sofern administrative und netzbezogene Hürden beseitigt werden, argumentierten Experten bei einer Debatte über die Zukunft des Energiemarkts auf der Konferenz PSEW 2026 in Świnoujście.

Remigiusz Nowakowski, CEO von Qair Polska, sagte, der Erneuerbaren-Sektor sei inzwischen reif genug, um ohne breite öffentliche Förderung zu bestehen; die vom Energieministerium vorgeschlagene Rückkehr zu einer verpflichtenden Börsenpflicht werde nicht zu niedrigeren Preisen führen, da Windstrom bereits wettbewerbsfähig sei. Er verwies auf die mangelnde Flexibilität des Systems: 2025 verlor Polen rund 1,4 TWh Erneuerbaren-Strom durch Netzengpässe — „die günstigste Energie, die nicht genutzt werden konnte, weil das nationale System sie nicht aufnehmen konnte“.

Jede zusätzliche Megawattstunde Onshore-Wind senke die Kosten im gesamten System und stärke dessen Widerstandsfähigkeit durch Diversifizierung — das Risiko verteile sich auf viele Anlagen statt sich in einem großen Kraftwerk zu konzentrieren, so Nowakowski. Als eines der größten Hindernisse nannte er den gesellschaftlichen Widerstand, der oft durch unbelegte Behauptungen über Gesundheitsfolgen geschürt werde; er forderte eine landesweite Informationskampagne zur Windenergie, ähnlich den Bemühungen um die Kernenergie. Auch fehlten klare, einheitliche Vorgaben des Verteidigungsministeriums zur Standortwahl nahe Militärzonen.

Anna Szczodra von KPMG erklärte, Fördersysteme seien weiterhin nötig, müssten aber „intelligent reformiert“ werden — unter Berücksichtigung geografischer Bedingungen, des Referenzpreises und nicht-preislicher Kriterien. PSE-Vizepräsident Konrad Purchała beschrieb einen grundlegenden Wandel hin zu Erzeugung im Norden des Landes — Offshore-Wind und geplante Kernkraft —, während Aleksandra Redzisz vom Energieministerium mitteilte, der Ministerrat habe soeben den Nationalen Energie- und Klimaplan (KPEiK) verabschiedet, der die Richtung des Sektors bis 2040 vorgibt.

Die Annahme des KPEiK sei ein wichtiges Signal für Investoren, so Branchenexperten; das Erreichen der Ziele erfordere jedoch den Abbau administrativer Hürden, den Netzausbau und stabile Bedingungen für neue Erneuerbaren-Investitionen — Fragen, die den Ausbau der Onshore-Windkraft in der Ostseeregion unmittelbar betreffen.