Die Europäische Investitionsbank hat ihre Finanzierung für den Windpark Kelmė in Litauen, die größte in Betrieb befindliche Windkraftanlage in der Ostseeregion, mit einem zusätzlichen Darlehen von 150 Millionen Euro an die Ignitis Group abgeschlossen. Mit der neuen Tranche steigt die Gesamtunterstützung der Bank für das Projekt auf 250 Millionen Euro.

Diese Summe deckt fast die Hälfte der Investition von 550 Millionen Euro für das 314-MW-Projekt. Der von Ignitis Renewables entwickelte Windpark Kelmė nahm im Juni 2025 den vollen kommerziellen Betrieb auf und erzeugt genug Strom für rund 250.000 litauische Haushalte. Im vergangenen Jahr hatte die EIB ein erstes Darlehen von 100 Millionen Euro bereitgestellt.

„Unsere Unterstützung zeigt, wie strategische Investitionen in erneuerbare Energien Litauen sowohl Energiesicherheit als auch wirtschaftliche Resilienz bringen können“, sagte EIB-Vizepräsident Karl Nehammer. Ignitis-Finanzvorstand Jonas Rimavičius betonte, der Zugang zu Kapital in dieser Größenordnung sei entscheidend, um die heimische grüne Erzeugung auszubauen und das regionale Energiesystem zu stärken.

Das Projekt unterstützt die REPowerEU-Ziele der EU, indem es große, subventionsfreie erneuerbare Kapazität hinzufügt. Es verringert zudem die Abhängigkeit Litauens von Energieimporten – seit der Abkopplung der baltischen Staaten vom russischen Netz eine zentrale Priorität. Die EIB-Gruppe stellte Litauen 2025 Finanzierungen von 577 Millionen Euro bereit, vor allem für Verteidigung, Energie und Infrastruktur.